Alleen und Baumreihen – genauer gesagt, die Gehölze, aus denen sie bestehen – sind auch Lebensraum für Tiere, hauptsächlich für Vögel und Insekten. Wie bedeutsam diese ökologische Funktion ist, hängt von den verwendeten Baumarten, aber auch von der Struktur der umgebenden Landschaft ab.
In
der Stadt hat jeder Einzelbaum eine viel größere
Bedeutung als im Wald, eben weil die Bäume hier sehr
vereinzelt stehen. Amsel, Drossel, Fink und Star, aber auch
Meisen, Spatzen und Spechte bauen ihre Nester auf Astgabeln oder
in Höhlen einheimischer Laubbäume – nicht
nur, aber bevorzugt dort. Wer Singvögel als Nachbarn
will, muß ihnen Wohnung bieten.
Auf dem Land gilt: in kleinräumig strukturierten Landschaften mit abwechslungsreicher Flächennutzung (kleine Ackerschläge, Grünland, Feldgehölze, Baumgruppen) sind Alleen und Baumreihen nur eine Zugabe zum ansonsten schon reichhaltigen Lebensraumangebot. Leider sind solche Landschaften selten geworden.
Ausgeräumte Agrarlandschaften mit zusammenhängenden, intensiv genutzten Ackerflächen von mehreren tausend Hektar dagegen sind für die meisten Tierarten als Lebensraum wertlos. Sie sind meist sehr artenarm und stellen – noch schlimmer – oft auch eine unüberwindliche Barriere für die Ausbreitung vor allem von Käfer- und anderen langsam wandernden Insektenpopulationen dar. Hier können Alleen und Baumreihen als verbindende Strukturen zwischen artenreicheren Inselbiotopen eine wichtige ökologische Funktion erlangen: Man spricht von Migrationskorridoren.
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Ökologie